Buntes Leben stiften

sinnvoll Leben im Alter

Für das Jahr 2022:

Altenheim-Queerfriendly: Donnerstag, 13. 10. 19.00 QZM Mannheim (siehe unten)

Thema Demenz: Film Supernova mit Kurzvortrag zu dem Thema
(Union Kino Kaiserslautern, Kerststr. 24, So. 25. September, 18.00)

Altenheim-Queerfriendly: Donnerstag, 2.6.2022 in Kaiserslautern (Gemeindesaal der Prot. Luther Kirche, Barbarossaring 26, um 19 Uhr). Weiteres siehe unten

Film "Große Freiheit" mit anschl. Talk zum Stand der Entschädigungen (Union Kino Kaiserslautern, Kerststr. 24, So. 26. Juni 18.00). Weiteres siehe unten

Wir sind auf dem CSD in Saarbrücken am 10. 06. 22. Unser Motto ist: Der CSD ist für Alte da!

Mehr Termine folgen....


Film Große Freiheit und Entschädigung der Opfer des §175

In diesem Jahr läuft der Anspruch auf Entschädigung für Opfer des §175 aus. Wir möchten mit dem Film „Große Freiheit“ dies aufgreifen und anschließend im Gespräch aufarbeiten
„Hans Hoffmann hat gerne mit anderen Männern Sex auf dem Männerklo. Mal masturbieren sie gemeinsam, mal hat er Oral- oder Analverkehr mit ihnen. Nun muss Hans für 24 Monate ins Gefängnis, und es ist nicht das erste Mal, dass er wegen eines Verstoßes gegen den § 175 einsitzt. Bereits 1945 hatte man ihn zwar aus dem Konzentrationslager gerettet, doch anschließend direkt ins Gefängnis geworfen. Dort begegnete er erstmals Viktor Bix, der keinen Hehl aus seinem Abscheu für Hans und dessen Neigungen machte. Und dann saß Hans in den 1950er Jahren noch einmal ein, nachdem man ihn mit seiner großen Liebe geschnappt hatte.
Nun, im Jahr 1968, zwanzig Jahre nach seiner Bekanntschaft mit Viktor, muss Hans seinem ehemaligen Zellengenossen helfen. Der ist während seines langen Knastaufenthalts drogenabhängig geworden, steht kurz vor seiner dritten Anhörung und hofft, vielleicht endlich doch noch entlassen zu werden.“ (aus Wikipedia)
Im anschließenden Talk wollen wir auf die damalige Lage schwuler Männer eingehen:
Die Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren (BISS e. V.) betreibt das Beratungstelefon für Opfer des § 175 und unterstützt bei Anträgen auf Entschädigung. Der Vorstandsvorsitzende Georg Roth wird über diese Erfahrungen berichten und auch auf die Realitätsnähe des Films eingehen.
Am Sonntag , den 26. 06.22 ab 18 Uhr im Union Kino Kaiserslautern (Kerststr. 24)
Karten gibt es an der Abendkasse, bei „Buntes Leben Stiften“ und bei der Aids-Hilfe Kaiserslautern zum Preis von 8 € (gerne mehr als Spende)

Förderschwerpunkt 2021-2022

Queer im Altenheim

Bestehende Umfragen zeigen eine eindeutige Tendenz: Über 80% der befragten queeren Menschen sind überzeugt, dass es ihnen in stationären Einrichtungen der Altenhilfe nicht gut gehen wird: Heime seien nicht auf die Biografien und Lebensweisen von der Mehrheit abweichender Menschen anderer sexueller oder geschlechtlicher Identitäten eingestellt. Es wird eine massive Diskriminierung erwartet. So ist zumindest die Sicht von außen.

Es gibt wenige Befragungen realer Nutzer*innen wie auch von Pflegenden aus Einrichtungen der Altenhilfe. Die aktuellste und derzeit größte Studie von Gerlach und Schupp (2017) zeigt ein etwas differenzierteres Bild. Je nach Ausrichtung von Einrichtungen gibt es durchaus eine große Zufriedenheit der befragten Pflegebedürftigen. Jedoch zeigt sie auch, o. g. Ängste sind nicht unbegründet. Ebenso wird eine Unsicherheit Pflegender deutlich, denen bisher in der Aus-, Fort- und Weiterbildung der Altenpflege diese Themen nicht begegneten. Es wird ein großer Schulungsbedarf formuliert, auch um solchen Ängsten vor Diskriminierungen entgegenwirken zu können.   

Glücklicherweise hat sich in den vergangenen Jahren einiges geändert. Es wurden lebensweltenakzeptierende Pflegekonzeptionen erarbeitet; in der Ausbildung wird über den Umgang mit sexuellen und geschlechtlichen Minderheitsgruppen gesprochen und die Bundesregierung fördert ein Modellprojekt.  Nicht nur in den queeren Metropolen haben sich zertifizierte Altenheime speziell für diese Gruppen geöffnet.

Mit der gesellschaftlichen Liberalisierung der vergangene Jahrzehnte einher geht die Zunahme der offen lebenden Menschen, womit sich auch ihre Sichtbarkeit in der Gesellschaft erhöht. Diese Menschen haben nicht das Bedürfnis auch in der Abhängigkeitssituation einer Pflegebedürftigkeit  weitere ihre Identität zu leben, sie möchten vielmehr aktiv darin unterstützt werden. Ebenso wie alle anderen Menschen auch, haben sie das Bedürfnis in der Pflege in ihrer Identität bestärkt zu werden.

Als Buntes Leben Stiften möchten wir diese Entwicklung im Südwesten Deutschlands befördern, indem wir sog. queerfriendly Einrichtungen der Altenhilfe in ihrer Arbeit unterstützen. Es ist unser Anliegen diese Einrichtungen mit einem Zeichen von bleibendem Wert auszustatten, welches für Angehörige sexueller und geschlechtlicher Minderheiten einen unverkennbaren Ausdruck des „Willkommens“ darstellt: Altenheime queerfriendly!

(Hilfestellung zum Umgang mit der Thematik in der Aus-, Fort- und Weiterbildung in Rheinland Pfalz bieten die Fortbildungsmodule des Queernet RLP: https://www.queernet-rlp.de/wp-content/uploads/Flyer_Familienvielfalt_Fortbildung_2019.pdf)

Termine 2022
Donnerstag, 2.6.2022 in Kaiserslautern vor (Gemeindesaal der Prot. Luther Kirche, Barbarossaring 26, um 19 Uhr).

Termine 2021
Den „Regenbogenschlüssel“ stellen wir Ihnen im Jahr 2021 an 3 Terminen vor (jeweils 19.00):
- Donnerstag 14. Oktober  2021 Bar jeder Sicht, Mainz, Hintere Bleiche 29
- Donnerstag, 4. November 2021 SCHMIT- Z e.V. Trier, Mustorstr.  4
- Freitag, 5. November 2021 Aids Hilfe Saar, Saarbrücken, Nauwieserstr. 19,
Dort wird Peter Gehweiler vom Frankfurter Verband (der ein solches zertifizertes Altenheim betreibt) seine Einrichtung vorstellen und auf das Verfahren der Zertifizierung eingehen. Bis Ende diesen Jahres wählen wir aus den Bewerbern die Altenheime aus, deren Zertifizierung wir finanzieren. Wir freuen uns auch über Geldspenden für dieses Projekt: IBAN:DE24 3006 0601 0107 0239 00 Wir sind gemeinnützig und stellen gerne eine Spendenquittung aus (Adresse angeben)

Online-Talk   LGBTIQ* - Begegnung in der Pandemie 2021

Damit Abstand nicht zur sozialen Isolation führt!

Freitag, 7. Mai 19 bis 21 Uhr

In der der Vorweihnachtszeit 2020 manifestierte sich für viele Menschen eine verwirrende Situation. Von Seiten der Politik wurden Orte und Anzahlen der möglichen Begegnungen anhand der biologischen Abstammung definiert. Die Frage dich sich stellte, aber nur marginal öffentlich diskutiert wurde, ist die, wie Menschen mit diesen Regelungen umgehen, die Freund*innen zu ihrer Wahlverwandschaft gewählt haben.

Einhergehend mit der sowieso schwierigen Lage für Menschen die alleine Leben, deren Anteil unter LGBTIQ* statistisch höher ist im Vergleich zur Gesamtgesellschaft, entstand für alleinlebende LGBTIQ* eine erschwerte Problemlage. Ihnen wurde gefühlt von der Politik ein Alleinsein für die Feiertage verordnet.

Bereits mit dem Beginn der Kontaktbeschränkungen in der Pandemie stellte sich für viele Menschen die Frage, wen kann ich wo und wie treffen und welche Menschen schließt dies dann aus. Kontakte mussten geplant und oftmals reduziert werden. Einhergehend mit dem Alter als Risikogruppe, erhöhten sich Unsicherheit und Angst. Nicht wenige Menschen – wie viele eigentlich? – zogen sich zurück in die Isolation zum eigenen und zum Schutz ihrer Mitmenschen. Es ist kein Geheimnis, dass soziale Isolation physische wie psychische Erkrankungen befördern oder gar hervorbringen kannGemeinsam mit unseren Gesprächspartner*innen möchten wir darüber reden, wie Angehörige der LGBTIQ*- Community mit diesen Herausforderungen umgehen und welche Auswirkungen sich zeigten. Wir möchten besonders den Fokus darauf lenken, wie einer sozialen Isolation vorgebeugt werden kann, besonders in Zeiten von Kontaktbeschränkungen. Wie können wir Abstand wahren und trotzdem näher zusammenrücken

Als Gesprächspartner*innen wurden eingeladen:

Seniorenberater*in Rosa Alter München

Fachfrau des Dachverbands Lesben im Alter

Reinhard Klenke – schwuler alleinlebender Senior und Aktivist

Ulrike Mauel – Wohnprojekt Queer im Quartier/Mainz

Es wird gebeten um eine Anmeldung per Mail bis Sonntag den 02. Mai bei Markus Schupp unter mail@markusschupp.deUnmittelbar nach Anmeldeschluss erhältst Du/erhalten Sie den Zugangslink mit einigen Hinweisen zum Online-Format. Für die Teilnahme ist ein Endgerät mit Audio- und Videofunktion notwendig.



Themen der Vorjahre:

Jahr 2020: „Gemeinschaftliches Wohnen - eine Perspektive für LGBTI* im Alter

Die Kreise die ein älterer Mensch zieht, werden immer enger, bis oft nur noch die eigene Wohnung bleibt. Durch den Tod des Partners/der Partnerin und/oder naher Freund*innen kann schleichend oder auch plötzlich ein ungewollter Zustand des Alleinseins entstehen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) sieht gerade dieses Alleinsein als zentrale Herausforderung im Alter.

Gemeinschaftliche Wohnformen können helfen, dieser ungewollten Begleiterscheinung des Alters zu begegnen. Durch gute Nachbarschaft und soziale Nähe birgt eine solche Wohnform viele weitere Vorteile des gegenseitigen aufeinander Achtens und auch Kümmerns. Und auch rein ökonomisch können Gemeinschaften des Wohnens Vorteile
bringen, da alltägliche Kosten miteinander geteilt werden können.

Mit Videokonferenzen möchten wir diese Idee des Wohnens im Alter vorstellen. Referent*innen werden sein:

  • Berit Herger vom Referat „Neues Wohnen“der Zentrale für Gesundheitsförderung des Landes Rheinland-Pfalz

  • Dr. Markus Schupp, Sozialwissenschaftler und promoviert in der Pflegewissenschaft, zugleich
    Mitglied im Stiftungsrat von „Buntes Leben Stiften“


Veranstaltungen


LGBT* und sorgende Gemeinschaften im Alter

Datum:27.09.2019
19:00

Referent Dr. Markus Schupp
Wie soll und kann die politische und gesellschaftliche Teilhabe älterer LGBTIQ gestaltet werden und welchen Beitrag können diese Gruppen hierzu leisten? Dabei geht es im Kern um die Gestaltung der „sorgenden Gemeinschaft“, die im 7. Altenbericht der Bundesregierung als ein Pfeiler der gesellschaftlichen Teilhabe genannt wird.



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